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„Meins!“ -„Nein, MEINS!“. Warum Streit unter Kleinkindern normal ist

11.12.2018 14:50

Hilfe, mein Kleinkind dreht völlig am Teller. Schreit. Tobt. Kratzt. Haut. Quengelt. Nörgelt. Weint. Nervt. Ist neben der Spur und völlig anders als sonst. Die Phase kennen wir Mamas doch alle. Wir fragen uns: Was soll ich jetzt tun? Ist das noch normal?

Wird alles wieder so wie früher? Vielleicht habt ihr dann auch nach Frauen gegoogelt, die euch weiterhelfen, euch Tipps geben und Mut machen können. Oder ihr habt andere Mamas um Rat gefragt. Und bestimmt sind euch dann Danielle Graf & Katja Seide über den Weg gelaufen. Mamas, Bestsellerautorinnen & Macherinnen des Elternblogs Das gewünschteste Wunschkind. Ihre Tipps sind goldwert. Ihr Buch hat uns beiden und vielen unserer Freundinnen enorm weitergeholfen. Und auch konnten sie bei unserem aktuellen Thema tolle Tipps geben. Hier ist es nämlich vorbei mit unseren gemütlichen Wir-trinken-Kaffee-und-die-Kids-spielen-Nachmittagen. Zwischen Anni und Titus gibt es nun immer wieder Streit. Ums Spielzeug. Genauer: Immer um das, was grad der andere in der Hand hat. Hilfeeeee….


Unser Kids kennen sich förmlich aus den Bäuchen. Anni und Titus sind beste Freunde. Bis vor ein paar Wochen haben wir noch gesagt: Geil, wie entspannt ist es denn jetzt bitte? Wir können Kaffee trinken und unsere 2Jährigen spielen richtig cool zusammen. Doch plötzlich ist es oft schon nach 5 Minuten vorbei mit unserer Plauderidylle. Die beiden streiten sich. Und wie. Um ein Spielzeug oder die Schaukel, um ein Buch oder oder… Es gibt Geschrei. Geheul. Und wir sind mitten drin. Inwiefern kommt euch das bekannt vor?

Eigentlich ist es eher ungewöhnlich, wenn Zweijährige richtig ausdauernd miteinander spielen. Häufiger spielen Kinder in dem Alter nebeneinander her und interessieren sich noch nicht so sehr für andere Kinder. Das kommt in der Regel erst mit etwa drei Jahren. Unabhängig davon ist es vollkommen normal, wenn Kinder sich ständig streiten – das Spielzeug des Anderen ist grundsätzlich interessanter, als das eigene. In dieser Phase lernen Kinder ja erst die Anfänge des sozialen Miteinanders kennen. Wir müssen ihnen jetzt zeigen, welches Verhalten gesellschaftlich akzeptabel ist und welches nicht. Dass Hauen dem anderen weh tut, verstehen sie kognitiv erst mit dem Meilenstein des Perspektivenwechsels. Bis dahin müssen wir ihr Verhalten moderieren. Wenn Kinder also hauen, beißen oder kratzen, dann müssen wir deutlich „Stop“ sagen. „Das macht man nicht“ dazu zu sagen ist leider nicht sehr hilfreich, weil Kinder schwache Worte heraus filtern und das „nicht“ nicht verstehen. Daher ist es besser, Alternativen anzubieten. Es ist eine sehr anstrengende Zeit und ich fürchte, ich muss etwas desillusionieren: Streitigkeiten werden ab jetzt fest zum Alltag gehören. Kinder müssen sich ausprobieren und sie lernen vor allem durch Aktion und Reaktion.

Und was aus unserer Sicht etwas schräg wirkt: Der Streit dreht sich oft um ein Teil, mit dem unsere Kinder jeweils eine gefühlte Ewigkeit nicht gespielt haben bzw., was vorher so gar nicht im Fokus war. Sobald derjeniege, dem es nicht gehört, das Eigentum des jeweils anderen in der Hand hat, hören wir gerne mal: „Meeeeins.“ „Nein. Meeeins!“ „Mama!?“ Direkt gefragt: Wie normal ist das in dem Alter? Inwiefern verstehen sie denn schon im Kleinkindalter, was „meins“ und „deins“ ist?

Einen Begriff von Besitz haben sie noch nicht wirklich. „Meins“ bedeutet nicht, „Das gehört mir!“ sondern vielmehr: „Das will ich haben!“ Deswegen sind auch oft fremde Spielzeuge „Meins!“

„Meins – deins“ – wie wichtig ist das für den Entwicklungsprozess?

Im Alter von zwei Jahren hat Besitz noch keine wirkliche Bedeutung. Aber mit etwa 18 Monaten beginnen Kinder, ihren Besitz zu verteidigen. Die Fähigkeit zwischen „mein“ und „dein“ zu unterscheiden ist ebenfalls mit den Meilenstein der Perspektivübernahme verknüpft. Erst wenn ein Kind erkennt, dass ein anderes Kind etwas anderes denken und fühlen kann, als es selbt, versteht es, dass es einen Gegenstand als sein Eigentum betrachtet.

Ich, Doro, höre mich dann ständig sagen: „Anni, wir teilen. Bei Titus darfst du doch auch mit seinem Bagger oder seiner Bohrmaschine spielen.“ Dabei rutsche ich dann auch gerne in einen inneren Dialog: „Oh Gott, wird sie das Teilen auch lernen? Was soll denn das? Warum macht sie das denn nicht?“ Und dann finde ich mich bescheuert und denke: Sie ist doch erst 2. Erwarte ich zu viel von meiner Tochter in solchen Momenten? Was bedeutet das Wort „teilen“ überhaupt für ein Kleinkind?

weiterlesen auf dem Blog: https://mutterkutter.de/meins-nein-meins-warum-streit-unter-kleinkindern-normal-ist-interview/


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