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Eine sichere Bindung auch bei der Eingewöhnung: was brauchen die unterschiedlichen Bindungstypen?

08.08.2018 20:41

Im August eines jeden Jahres findet die Invasion kleiner und kleinster Kinder in die Kitas zur Eingewöhnung statt. Nun erhielt ich in den letzten Wochen von einigen Freundinnen und Bekannten Hilferufe, weil in der Eingewöhnung Dinge passieren, die sie schockieren und verunsichern. Teilweise wirklich absurde Dinge, die mich sehr ärgern und betroffen machen.

Ich wünsche mir, dass sowohl Eltern als auch pädagogische Fachkräfte hinreichend Bescheid wissen über die Bindungstheorie. Das beinhaltet das Wissen, dass Kinder, die mit etwa einem bzw. eineinhalb Jahren in die Kita kommen,  ein deutliches Bindungsverhalten zeigen werden. Ich wünsche mir, dass insbesondere Erzieher*Innen wissen, dass zu allererst an sie selber vom Kind eine Bindung entstehen muss, bevor es zu einer Trennung von der eigentlichen Bindungsperson kommen sollte. Laut Fahrplan des landesweit gerne angewandten Berliner Modells wird nach vier Tagen pauschal eine Trennung angesetzt. Ich halte diese sture Herangehensweise aus psychologischer Sicht für absolut zweifelhaft. Ohne Rücksicht auf den Bindungsstatus des Kindes kann solch ein Vorgehen wenig sinnvoll sein.

 

Mit Wissen zum besseren Verständnis: Unsicherheiten bei der Eingewöhnung in die Kita

Aber nun sitze ich hier und frage mich, was eigentlich zur Bindung und den verschiedenen Bindungstypen wirklich bekannt ist. Also mache ich mich mit meinem Text aus Sicht der Psychologischen Psychotherapeutin, die bindungsorientiert auch in den Therapien arbeitet, auf den Weg, die unterschiedlichen Bindungstypen und ihre Entstehung vorzustellen und aufzuzeigen, wie man sie als Bezugsperson oder einfach Person im Umfeld jeweils unterstützen kann. Nach der allgemeinen Einführung und den Grundlagen zur sicheren Bindung, erläutere ich die Spezifika der jeweiligen Bindungstypen kurz. Im Anschluss gehe ich auf den Einfluss des Bindungsstatusses der Eltern ein.  Am Ende findet ihr die Grundlagen/ Literatur, auf denen mein Text beruht. Fachbegriffe werde ich in „“ setzen, um euch das eigene vertiefende Recherchieren etwas zu vereinfachen. Zwischendrin verzichte ich aus Gründen der Faulheit Lesbarkeit auf die Angaben der Literatur, es sei denn es sind konkrete Zitate.

Grundlage für eine sichere Bindung

Die sichere Bindung eines Kindes an seine primären Bezugspersonen bildet die Grundlage für eine stabile psychische Entwicklung. Daher beschreibe ich, wie eine sichere Bindung hergestellt werden kann. Erzieher*innen müssen bei der Eingewöhnung diese Aspekte genauso berücksichtigen wie auch die Eltern selbst. Gerade wenn ein Kind mit eher unsicherer Bindung zur Eingewöhnung kommt, bietet diese Beziehungserfahrungen mit den Erzieher*innen eine wunderbare Möglichkeit, auch andere Beziehungsmuster zu verinnerlichen.

Es geht hier, um es deutlich zu sagen, nicht um Bindungsstörungen, sondern um den breiten Grat des Normalen. Insbesondere, was die unsicheren und viel mehr noch die desorganisierten Bindungstypen angeht, kann sich eine Bindungsstörung ergeben. Das soll aber nicht Gegenstand des Textes sein.


Der Artikel entsteht in einer Zeit, in der attachment parenting von verschiedenen Seiten angegriffen wird. Ich möchte mit diesem Artikel etwas Fundiertes beitragen und aufgreifen, warum es nicht um attachment parenting als solches, sondern es immer um die Bindungserfahrung im Allgemeinen geht. Attachment Parenting kann dabei helfen, schon früh die wesentlichen Bedürfnisse eines Babys zu beantworten und so die Weichen für eine sichere Bindungserfahrung zu stellen.

Es geht hier auch nicht darum, dass ein Kind als unsicher gebrandmarkt werden soll. Vielmehr soll ein besseres Verständnis helfen, Kinder zu unterstützen, auch bei der Kita- Eingewöhnung oder bei sonstigen Trennungen. 

Was ist Bindung?

Bindung ist das Verhalten eines Kindes, sich bei Unsicherheit, Müdigkeit, Überforderung seiner primären Bezugsperson zuzuwenden. Das heißt, es kann sie z.B. anschauen, wenn jemand Fremdes hereintritt und sich rückversichern, ob das nun eine gute Sache ist oder nicht. Genauso ist das Hinkrabbeln, Hinlaufen und auf den Arm genommen werden wollen Ausdruck einer aktiven Suche nach Bindung. Bindungsverhalten beginnt auf Grundlage der gesammelten Erfahrungen mit etwa 6- 8 Monaten. Bowlby, der Vater der Bindungstheorie sozusagen, nannte es ein „unsichtbares Band“ zwischen Mutter und Kind (andere Zeit, deswegen spricht er auch nur von „Mutter“, allerdings ist durch die Beziehung zwischen Mutter und Kind vor der Geburt natürlich schon ein wesentlicher Unterschied zu ALLEN anderen Menschen gegeben, aber die Mutter muss eben nicht zwangsweise die primäre Bindungsperson werden).  

Wie entsteht Bindung?

Bindung entsteht, wenn eine Bezugsperson konstant feinfühlig auf ein Kind reagiert. Das sind naturgemäß im Idealfall in den ersten Lebensmonaten Mama und Papa, die auf die Signale ihres Kindes feinfühlig reagieren. Im Rahmen des „Feinfühligkeitskonzepts“ ist damit gemeint, dass die Bezugsperson prompt und angemessen reagiert. Eltern haben meistens von Natur aus gute „intuitive elterliche Kompetenzen“ und können daher angemessen auf ihr Kind reagieren. Die Kompetenzen liegt dabei auf drei Ebenen:

wahrnehmen

interpretieren

handeln

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weiterlesen auf dem Blog : http://www.terrorpueppi.de/2017/09/was-ist-eigentlich-ein-sicher.html


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